Wer die JTF-Unternehmensförderung beantragt, füllt ein Formular der ILB mit rund 17 Seiten aus, dazu kommen Anlagen und Merkblätter. Nichts davon ist unlösbar, aber jede Frage hat einen Zweck, und einige haben Folgen, die erst später im Verfahren sichtbar werden. Dieser Überblick geht durch die Abschnitte des Antrags und zeigt, worauf es jeweils ankommt. Er ersetzt keine Antragsbegleitung, aber Sie wissen danach, was auf Sie zukommt.
Teil 1: Angaben zum Unternehmen
Branche und Wirtschaftszweig. Der Antrag fragt Ihren WZ-2008-Code ab, und die Richtlinie lässt nur bestimmte Abschnitte zu: das Verarbeitende Gewerbe, Wasser- und Abfallwirtschaft, das Baugewerbe, Handel samt Kfz-Reparatur, das Gastgewerbe, Information und Kommunikation, gewerbliche Architektur- und Ingenieurbüros, sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen sowie Reparatur und ausgewählte persönliche Dienstleistungen wie Wäschereien und Friseursalons. Wer außerhalb dieser Abschnitte liegt, ist raus, egal wie gut das Vorhaben ist. Die Zuordnung klingt banal, ist aber die erste Stelle, an der ein Antrag scheitern kann, etwa wenn der eingetragene Code nicht zur tatsächlichen Tätigkeit passt.
KMU-Eigenschaft. Sie ordnen Ihren Betrieb einer Größenklasse zu und belegen das mit einem eigenen Formular samt Beteiligungsorganigramm. Spätestens hier zählen verbundene und Partnerunternehmen mit: Wer zu einer Gruppe gehört, rechnet Mitarbeiter und Umsätze anteilig oder vollständig zusammen. Die KMU-Prüfung ist ein eigenes Fachgebiet, und eine falsche Selbsteinstufung fällt spätestens in der Prüfung auf.
Auftraggebereigenschaft nach § 98 GWB. Eine unscheinbare Ja-Nein-Frage mit erheblicher Wirkung: Wer sich falsch einordnet, riskiert später Kürzungen oder Rückforderungen, weil dann Vergaberegeln gegolten hätten. Für die meisten privaten Betriebe ist die Antwort klar, aber es gibt Konstellationen mit öffentlicher Beteiligung, in denen man genau hinschauen muss.
Insolvenz und De-minimis. Es folgt die Erklärung, dass kein Insolvenzverfahren läuft, und die Abfrage aller De-minimis-Beihilfen der letzten drei Jahre, einschließlich verbundener Unternehmen. Was dahinter steckt, haben wir in einem eigenen Beitrag zu De-minimis aufgeschrieben.
Belegaufbewahrung. Der Antrag fragt, ob Sie ein digitales Belegarchivierungssystem nutzen. Die Antwort beeinflusst, wie Sie später Nachweise führen. Ein Punkt, den man leicht überliest und der die Arbeit in der Auszahlungsphase prägt.
Teil 2: Angaben zum Vorhaben
Art des Vorhabens und Zugang. Hier wird das Vorhaben förderrechtlich eingeordnet: als produktive Investition im De-minimis-Weg und über einen der Zugänge der Richtlinie. Diese Einordnung entscheidet mit darüber, welche späteren Fragen überhaupt relevant sind, und sie lässt sich nachträglich schlecht korrigieren. Es ist einer der Punkte, an denen Erfahrung den Unterschied macht.
Bezeichnung und Beschreibung. Das Vorhaben braucht einen präzisen Titel und eine kurze öffentliche Beschreibung. Öffentlich ist wörtlich gemeint: Die Beschreibung wird in der EU-Projektdatenbank veröffentlicht. Sie sollte das Vorhaben treffend zusammenfassen, ohne Betriebsinterna preiszugeben, und gleichzeitig zur ausführlichen Begründung im übrigen Antrag passen.
Ort des Vorhabens und Verlagerungsverbote. Sie bestätigen den Standort im Fördergebiet und erklären, dass in den zwei Jahren vor dem Antrag keine Verlagerung zur geförderten Betriebsstätte stattgefunden hat und in den zwei Jahren nach Abschluss keine stattfinden wird. Das sind bindende Zusagen mit Rückforderungsfolgen, keine Formalien.
Querschnittsziele. Der Antrag fragt nach Beiträgen zu Gleichstellung und Nichtdiskriminierung sowie zur nachhaltigen Entwicklung. Hier ehrlich zu antworten ist wichtiger als möglichst viel anzukreuzen, denn jedes Ja braucht eine Begründung und wird später am realen Vorhaben gemessen.
Der Klimabeitrag. Punkt 2.8 verlangt von jeder produktiven Investition eine Begründung, wie sie zum Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft beiträgt. Dieser Punkt ist Pflicht und überrascht viele Antragsteller, weshalb wir ihm einen eigenen Beitrag gewidmet haben.
Fläche, Bau, Kooperationen. Es folgen Angaben zu beanspruchter und neu versiegelter Fläche, zu Bauvorhaben mit Zertifizierungsfragen und zu grenzüberschreitenden Kooperationen. Für die meisten Maschinen-Vorhaben sind das schnelle Antworten, bei Bauanteilen wird es aufwendiger.
Verflechtungen. Der Antrag fragt, ob Aufträge an verflochtene Dritte geplant sind, also an Firmen, mit denen rechtliche, wirtschaftliche, personelle oder organisatorische Verbindungen bestehen. Wer bei der GmbH des Bruders kaufen will, sollte diesen Punkt sehr ernst nehmen: Verflechtungen sind nicht verboten, aber sie haben Regeln, und verschwiegene Verflechtungen gefährden die gesamte Förderung.
Cluster-Zuordnung. Das Vorhaben wird einem Cluster der Brandenburger Innovationsstrategie zugeordnet, mit Begründung und Fundstelle im Strategiepapier. Eine Frage, bei der viele Antragsteller zum ersten Mal ein Landesstrategie-Dokument aufschlagen. Die Zuordnung will inhaltlich begründet sein, nicht geraten.
Kombination und weitere Mittel. Sie erklären, welche weiteren öffentlichen Mittel beantragt oder gewährt wurden. Doppelförderung derselben Kosten ist ausgeschlossen, und die Angaben werden abgeglichen.
Kosten, Finanzierung, Zuwendung. Zum Schluss die Zahlen: zuwendungsfähige Ausgaben nach Kategorien, die Finanzierung des Eigenanteils und die beantragte Zuwendung. Die Kostenaufstellung muss zu den Angeboten passen, die Finanzierung muss gesichert sein, und die Kategorien wollen richtig befüllt werden, denn hier entstehen die Zahlen, an denen das Vorhaben bis zum Verwendungsnachweis gemessen wird.
Teil 3: Erklärungen
Am Ende stehen die rechtlichen Erklärungen und der Datenschutzteil. Lesen lohnt sich: Mit der Unterschrift bestätigen Sie unter anderem die Richtigkeit aller Angaben und nehmen Mitwirkungs- und Aufbewahrungspflichten an, die über Jahre gelten.
Was das für Sie bedeutet
Das Formular ist machbar, verlangt aber Sorgfalt und Zeit. Die eigentliche Arbeit steckt nicht im Ankreuzen, sondern in der Konsistenz: Branchencode, Vorhabensbeschreibung, Klimabeitrag, Cluster-Begründung, Kostenaufstellung und Angebote müssen ein stimmiges Bild ergeben, das die Bewilligungsstelle ohne Rückfragen nachvollziehen kann. Genau diese Konsistenz ist unsere Arbeit. Sie liefern Angebote und Unterlagen, wir bauen daraus einen Antrag, der trägt, und begleiten ihn bis zur letzten Auszahlung.
Schildern Sie uns Ihr Vorhaben, Sie bekommen in ein bis zwei Werktagen eine ehrliche Ersteinschätzung. Kostenfrei, und mit Rechnung erst, wenn Ihre Förderung bewilligt ist.